Gesundheit beginnt bei den Elterntieren

Was wir testen und warum:

Wenn bei uns ein Wurf geplant wird, schauen wir nicht erst auf die Welpen. Die Gesundheit beginnt bei den Elterntieren.

Deshalb lassen wir unsere Hunde auf die pudeltypischen Erbkrankheiten testen und führen zusätzlich körperliche Untersuchungen durch. Das klingt zunächst nach vielen Abkürzungen, ist aber gar nicht so kompliziert. Ich erkläre euch kurz, was dahintersteckt.

Unsere Gentests

DM – Degenerative Myelopathie
Die Degenerative Myelopathie betrifft das Nervensystem und kann im späteren Leben zu zunehmenden Bewegungsstörungen führen. Der Gentest prüft eine bestimmte genetische Variante, die mit einem erhöhten Risiko für diese Erkrankung verbunden ist. Für die Zucht ist das wichtig, weil wir so wissen, welche Anlage ein Hund trägt, und das bei der Verpaarung berücksichtigen können.

vWD1 – von-Willebrand-Krankheit
Hier geht es um die Blutgerinnung. Der von-Willebrand-Faktor hilft dabei, Blutungen zu stoppen. Bei Hunden mit der entsprechenden Erkrankung kann die Blutungsneigung erhöht sein. Auch hier hilft uns der Test, die genetische Situation der Elterntiere zu kennen und die Verpaarung danach zu planen.

NEWS – Neonatale Enzephalopathie mit Krampfanfällen
NEWS ist eine erbliche Erkrankung, die schon bei sehr jungen Welpen auftreten kann. Betroffene Welpen entwickeln neurologische Auffälligkeiten und können Krampfanfälle bekommen. Gerade weil sie so früh auftreten kann, gehört dieser Test für uns zu den wichtigsten.

prcd-PRA und rcd4-PRA – Erkrankungen der Netzhaut
Bei der progressiven Retinaatrophie (PRA) verlieren die lichtempfindlichen Zellen der Netzhaut nach und nach ihre Funktion. Das zeigt sich zunächst oft durch schlechteres Sehen in der Dunkelheit und kann im weiteren Verlauf zur Erblindung führen.

Warum gibt es mehrere PRA-Tests? Weil PRA nicht gleich PRA ist. Es gibt verschiedene genetische Formen, deshalb reicht es nicht, nur “PRA getestet” zu sagen. Bei unseren Pudeln berücksichtigen wir sowohl prcd-PRA als auch rcd4-PRA.

Merle (PMEL) – eine genetische Zeichnung
Beim Merle-Test geht es nicht um eine Krankheit, sondern um die Frage, ob ein Hund die Merle-Variante trägt, auch wenn man es ihm nicht ansieht. Das ist für uns wichtig, weil die Verpaarung zweier Merle-Träger zu schweren Schädigungen an Augen und Gehör führen kann. Deshalb kennen wir vor jeder Verpaarung den Merle-Status beider Elterntiere und verpaaren niemals zwei Merle-Träger miteinander. Ausführlich erkläre ich das auf der Seite Merle beim Pudel

Und dann gibt es noch die Untersuchungen am Hund selbst

Ein Gentest sagt viel über die Gene eines Hundes, ersetzt aber keine Untersuchung des Hundes. Deshalb wird bei unseren Zuchthunden auch die Patella, also die Kniescheibe, untersucht. Dabei wird geschaut, ob sie stabil sitzt oder ob eine Patellaluxation vorliegt.

Außerdem werden unsere Hunde tierärztlich untersucht und auf ihre Zuchttauglichkeit beurteilt. Je nach Hund und Zuchtplanung können weitere Untersuchungen sinnvoll sein.

Was bedeutet das alles für einen Welpen?

Eine ganze Menge. Wenn wir wissen, welche genetischen Anlagen die Elterntiere mitbringen, können wir Verpaarungen besser planen. Bei einer Erbkrankheit geht es dabei nicht immer darum, dass ein Hund selbst krank ist. Ein Hund kann Träger einer Anlage sein und trotzdem gesund bleiben. Entscheidend ist, was das andere Elterntier mitbringt. Genau deshalb testen wir beide.

Und trotzdem gilt: Auch sehr gut untersuchte Elterntiere können keine Garantie für ein lebenslang gesundes Tier geben. Ein Gentest untersucht eine bestimmte genetische Veränderung, die Patella-Untersuchung beurteilt die Kniescheibe, und die tierärztliche Untersuchung zeigt, was zu diesem Zeitpunkt festgestellt werden kann. Mehr können diese Untersuchungen nicht leisten, aber sie geben uns die Informationen, die wir für unsere Zuchtentscheidungen brauchen.

Ihr könnt euch die Ergebnisse anschauen

Die Untersuchungen und Gesundheitsunterlagen unserer Hunde könnt ihr bei uns vor Ort ansehen. Wenn euch eine Abkürzung oder ein Befund nichts sagt, sprechen wir darüber. Man muss kein Genetik-Profi sein, um zu verstehen, was bei den eigenen zukünftigen Hundeeltern untersucht wurde.

Mir ist dabei eines besonders wichtig: Wir testen, weil wir wissen möchten, was unsere Hunde genetisch und gesundheitlich mitbringen. Dieses Wissen fließt in jede Zuchtentscheidung ein.

 

Die wichtigsten Tests auf einen Blick

  • DM – Degenerative Myelopathie: Erkrankung des Nervensystems
  • vWD1 – von-Willebrand-Krankheit: Störung der Blutgerinnung
  • NEWS – Neonatale Enzephalopathie mit Krampfanfällen
  • prcd-PRA – erbliche Netzhauterkrankung mit fortschreitendem Sehverlust
  • rcd4-PRA – weitere genetische Form der progressiven Retinaatrophie
  • Merle (PMEL) – genetische Zeichnung, wichtig für die Verpaarungsplanung

© Constanze Maaßen 2025. Alle Rechte vorbehalten.

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